transit room

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Was passiert, wenn ein kolumbianischer Gitarrist, eine deutsche Opernsängerin, ein Oudspieler und ein Rapper aus Syrien sowie zwei Cellisten (aus dem Irak und aus Deutschland) aufeinandertreffen? Begegnen sich hier „unterschiedliche Kulturen“? Oder sind es nicht zunächst einmal — und vielleicht in erster Linie — sechs unterschiedliche Persönlichkeiten mit unverwechselbaren musikalischen Erfahrungen und Vorlieben? Sechs Persönlichkeiten, die jeweils eigene Vorstellungen von Musik, vom Musizieren und vom gemeinsamen Proben besitzen? Was passiert während des Arbeitsprozesses? Kommt es zu Vermischungen und Überlagerungen unterschiedlicher Idiome? Werden die Musiker gezwungen, Rollen zu übernehmen, die sie bislang noch nicht kannten (und die ihnen womöglich Schwierigkeiten bereiten)? Wo verläuft für den Einzelnen die Linie zwischen Experimentierfreude und der Preisgabe der eigenen künstlerischen Identität?

In einer Zeit, in der permanent von Integration und kulturellen Differenzen die Rede ist, startet Transit place einen Feldversuch, in dem dokumentiert wird, was eine Begegnung zwischen unterschiedlich sozialisierten Musikern konkret bedeuten kann. Wir folgen dabei der Überzeugung, dass es nicht nur die Erfahrungen, Kompetenzen und Potenziale sind, die unsere künstlerische Persönlichkeit ausmachen, sondern ebenso auch unsere Grenzen. Aber vielleicht besitzt ja gerade das Akzeptieren dieser Grenzen eine Schwungkraft, aus der künstlerisch Neues entstehen kann?
Mit „transit room“ haben wir ein Format entwickelt, bei dem nicht nur ein Resultat präsentiert wird, sondern ebenso auch der Arbeitsprozess, der zu diesem Resultat führte. Dabei haben wir mit der Filmemacherin Barbara Lubich zusammengearbeitet, die diesen Prozess filmisch begleitete und daraus eine Dokumentation schuf, die im Konzert den live-Resultaten gegenübergestellt wird.

Die Dialekte der Musik